12. Dezember 2007
aktualisiert: 18. Dezember 2007

LaCie 2big Network 1TB (301257EK)

MacTrends by MacSupporter.com

Abstrakt (kurz & bündig): So speichert man Daten sicher, zentral und jederzeit zugänglich.

Wir alle kennen das Problem mit den gesammelten Datenmengen. Früher konnte man alle paar Monate eine CD mit den Fotos und den wichtigsten Dokumenten brennen. Vielleicht brandten wir ja gleich zwei davon; eine fürs Archiv, die andere für den Gebrauch – und wähnten die wertvollen Daten in Sicherheit. Dann kamen die brennbaren DVDs, die gleich sechs CDs vereinen. Der grössere Speicherplatz wurde auch nötig, weil unsere Digitalkamera von Jahr zu Jahr hochauflösendere Bilder produzieren. Hinzu kommt, dass die Kameras kleiner werden, wir sie so öfters dabei haben und immer mehr Fotos schiessen.
Inzwischen haben wir Macs mit einer Speicherkapazität von 100 DVDs. Neben den unzähligen Fotos kommen nun auch noch Filme dazu, sei es die selbst produzierten oder die heruntergeladenen. Die Erstellung von Sicherheitskopien wird so immer aufwändiger, ja fast unmöglich – wer hat schon die Zeit dazu? Und inzwischen wissen viele Nutzer, dass DVD kein sicheres Medium ist; ein leichter Kratzer macht sie allenfalls unlesbar.

Seit Einführung von OS X Leopard haben wir eine elegante Lösung: TimeMachine. Es braucht dazu eine externe Harddisk mit mindestens der Grösse der eingebauten Festplatte. TimeMachine ist DIE Lösung für das Backup der aktuellen Daten und, auf Wunsch, der gesamten Systeminstallation. Passiert etwas mit dem Mac, lässt sich mit der externen Harddisk die gewohnte Arbeitsumgebung mit allen Daten wiederherstellen. Dies innert Stunden, und sogar auf einem anderen Mac. Oder wenn etwas Ungeschicktes passierte, können Sie einen früheren Datenstand spielend wiederherstellen, sei es auch nur von einem einzigen Word Dokument.

TimeMachine löst aber das Problem der gesammelten Datenmengen nicht, ausser Sie investieren gleich in einen OS X Server. Was wir heute brauchen ist eine günstige, netzwerkfähige Festplatte, die sicher ist. Die Firma LaCie bietet diese nun an, die «LaCie 2big network». Nachfolgend einen Erfahrungsbericht. Doch zuvor eine paar Worte zu LaCie und deren Angebot.

Seit über zehn Jahren geniesst LaCie einen guten Ruf für Speicherlösungen. Elegantes Design, gute Verarbeitung und einen leistungsfähigen Service zeichnen die Firma aus. Aus technischer Sicht machen sie es richtig: Konzentration auf die Schnittstellen und Einsatz aktueller Festplatten mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis.

Die «LaCie 2big network», angekündigt im Oktober, ist nun erhältlich. «2big» heisst hier nicht «zu gross», es bedeutet vielmehr dass zwei Festplatten in einem Gehäuse verbaut sind. Damit lassen sich grosse Datenspeicher realisieren, oder aber alle Daten gleichzeitig auf zwei Datenträger speichern. Fällt eine aus, sind die Daten noch auf der anderen vorhanden. Diese Technik nennt sich RAID1, die Wahrscheinlichkeit für einen Datenverlust wird so stark minimiert. In der Praxis könnte das Gerät noch in einem Brand zerstört werden oder sonst wie abhanden kommen. Solange das Gerät richtig platziert ist, ist es ein verlässlicher Datenträger.

Überlegungen zur richtigen Platzierung: Die «LaCie 2big network» kann ziemlich warm werden, einen ausreichenden Abstand zu anderen Geräten ist wichtig. Damit das Gerät eine lange Lebensdauer hat, ist ein Lüfter eingebaut. Dieser ist zwar smart, passt sich in zwei Stufen den Gegebenheiten an, aber jeweils unangenehm laut. In einem ruhigen Arbeitszimmer sollte diese nicht platziert werden, ausser man verzichtet auf die 3-Jahres Garantie und deaktiviert den Lüfter.

Das Gerät hat eine Abmessung von etwa 10 x 20cm, bei einer Höhe von 18cm. Die Rückseite weist alle Anschlüsse und den Ein/Auto/Aus-Schalter auf:

Das Gerät wird über den Schalter auf der Rückseite ein- und ausgeschalten.
Das Netzteil ist extern, die USB Anschlüsse dienen einzig als Schnittstelle zu anderen USB Festplatten oder Memory Sticks. In der Mitte ist der 100/1000 Ethernet-Anschluss fürs Netzwerk. Ein kleiner Drehschalter erlaubt die Einstellung «big» (RAID0, zusammengeschaltete Festplatten) oder «safe» (RAID1, für gespiegelte Festplatten).

Die Festplatten lassen sich problemlos herausziehen, ein wichtiges Kriterium falls mal eine ausfallen sollte:

LaCie verwendet die zurzeit kostengünstigste 500GB SATA2 Harddisk, die Samsung HD501LJ. Zwei gute Serverdisks (für Dauerbetrieb) hätte LaCie im Einkauf ca. Fr. 60.- mehr gekostet. Aber die Samsung ist eine gute Wahl, sie wird nicht heiss, ist schnell und leise (zumindest im ersten Jahr).

Um die Leistungsfähigkeit der «LaCie 2big network» ermitteln zu können, baute ich ein optimales Netzwerk auf:

ZyXEL GS-108A, 8 Port Gigabit Desktop Switch
Netgear RP614 Web-Safe Router Platinum mit Firmware V1.0.2_06.29
LaCie 2big Network 1TB (301257EK, Paketversion 2.0.5), hinten das externe Netzteil der LaCie.

Das Einrichten der LaCie ist logisch und intuitiv. Zuerst bestimmt man ob man die sie im «safe» oder «big» Modus nutzen will. Ich ändere auf «safe» und schalte die LaCie ein. Nach 90 Sekunden ist das Gerät bereit. Mit dem IPConfigurator (auf der mitgelieferten CD) lässt sich die Netzwerk-Adressierung festlegen. Sobald das gemacht ist, werden alle anderen Einstellungen bequem mit dem Web Browser gemacht. Nach Eingabe des Passwortes erhält man einen Überblick der wichtigsten Informationen:

Zuerst muss die RAID Änderung bestätigt werden; es dauert drei Stunden bis die Synchronisation der beiden (leeren) Festplatten abgeschlossen ist. Das Gerät lässt sich aber trotzdem sofort nutzen, wann auch mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Das 1T Modell (1 Terrabyte auf zwei 500MB Festplatten) wird dann mit 487 GB Speicherkapazität angezeigt. Über das Mac-übliche AFP Protokoll sind schliesslich 464.68 GB verfügbar.

Im nächsten Schritt muss man auf der LaCie ein Netzwerk-Volumen anlegen, einen Benutzer definieren und diesem die Lese- und Schreibrechte für das Volumen geben. Hier wären mehrere Volumen, mehrere Benutzer (-gruppen) und unterschiedliche Zugriffsrechte definierbar.

Nachdem die LaCie auf dem Schreibtisch als Netzwerk-Volumen erscheint kommt der spannendste Teil: Wie schnell läuft der Datentransfer? Mit einem iMac (Intel Core2 Duo) verschiebe ich eine 1024 MB (1 GB) grosse Testdatei mit folgenden Durchsatzraten:

auf LaCie schreiben: 11.4 MB/sec
von LaCie lesen: 12.2 MB/sec

Diese Werte enttäuschen. Gigabit Ethernet hätte eine theoretische Durchsatzrate von ca. 100 MB/sec, die Samsung Festplatte liefert im ungünstigsten Fall 40 MB/sec, durchschnittlich weit über 50MB/sec. Warum nur ist diese LaCie so langsam. Das 65-seitige Benutzerhandbuch gibt Aufschluss. Für einen optimalen Datentransfer sollten die Gigabit Ethernet Schnittstellen aller Endgeräte auf die JumboFrame-Funktion eingestellt werden... Dies lässt sich bei der LaCie auch über den Web Browser bewerkstelligen, bei einem Mac muss man in die Systemeinstellungen und dort die passende Option finden (Netzwerkoptionen, MTU 9000).

Der selbe Test wie vorhin gibt nun bessere Werte:

auf LaCie schreiben: 16.0 MB/sec
von LaCie lesen: 18.2 MB/sec

Die höchsten Transferraten lassen sich allerdings mit SMB, dem Windows Protokoll, erzielen. Ich erreichte so kontinuierliche Leseraten von 20.8 MB/sec. Im Vergleich zu anderen RAIDs dieser Preisklasse sind das gute Werte.

Ganz schlecht sieht es in einem gemischten 100Mbit / 1Gbit Netzwerk aus. Ältere Macs, die den schnellen Standard nicht unterstützen, also mit den gängigen 100Mbit kommunizieren, haben keine Freude. Der Durchsatz ist vergleichbar mit alten USB-Sticks und beträgt weniger als 1 MB/sec.

Alle hier erwähnten Werte sind im LaCie «big» Modus praktisch identisch. Der Verdacht liegt Nahe, dass LaCie einen günstigen Gigabit Chip eingebaut hat, oder sonst etwas in der Entwicklung oder Produktion nicht ganz optimal lief.

Da in den meisten bestehenden Netzwerken 100Mbit eingesetzt wird, mache ich noch den Test, um die Durchsatzraten zu ermittlen, die man mit dieser LaCie erwarten darf:

auf LaCie schreiben: 10.8 MB/sec
von LaCie lesen: 9.0 MB/sec

Diese Werte entsprechen einem normalen Datenaustausch von Mac auf Mac. Zu erwähnen ist, dass sich die LaCie nicht auf 100Mbit umschalten lässt; man muss einen 100Mbit Anschluss (am Router) verwenden.


Bottom Line

Die «LaCie 2big network» mit einem verfügbaren Speicherplatz von 464 GB kostet Fr. 599.– und ist somit die günstigste der sicheren Lösungen, die zurzeit erhältlich sind. Für ein leistungsfähigeres RAID sollte man allenfalls die «LaCie Ethernet Disk RAID» in Betracht ziehen oder die «LaCie 2big Triple» in ein FireWire-Netzwerk integrieren.

Das Gerät macht einen guten Eindruck, ist schön zum Anschauen und scheint gut verarbeitet zu sein. Das ganze Gerät hat eine dreijährige Garantie. Sollte beispielsweise eine der beiden Harddisk ausfallen, erkennt man das an der grossen, roten Lampe (die sonst in Blau leuchtet), auf der Rückseite wird die defekte Harddisk angezeigt. Man schaltet die LaCie aus, entriegelt den entsprechenden Laufwerkseinschub und gibt diese dem LaCie Händler. Bis der Ersatzeinschub eintrifft, kann die LaCie weiter verwendet werden. Doch solange nur eine der beiden Harddisks in Betrieb ist, sind die Daten nicht mehr sicher vor Verlust. Wenn man solche Situationen vermeiden will, legt man sich am besten einen Ersatzeinschub in Reserve, oder kauft sich von LaCie die «3 Year Optional Advance Replacement Warranty». Sobald man den neuen Laufwerkseinschub einsetzt, synchronisiert das Gerät die beiden Festplatten automatisch und zeigt den Abschluss mit der leuchtenden blauen Lampe an. Verschiedenste Extremtests liessen keine Zweifel aufkommen; das Gerät ist auf Zuverlässigkeit und Sicherheit ausgelegt.

Läuft die LaCie ununterbrochen, d.h. die Daten sind jederzeit zugänglich, verbraucht das Gerät zwischen 20 und 25 Watt. Dies schlägt sich im Raum Zürich jährlich mit ca. Fr. 40.- auf die Energierechnung. Mit dem Schalter auf der Rückseite, oder über den Web Browser, lässt sich die LaCie in den standby Betrieb versetzen. Der Verbrauch liegt dann um die 0.7 Watt.

Nachteilig finde ich den gut hörbaren Lüfter, die eher tiefen Durchsatzraten und der Umstand, dass Design vor Funktionalität ging. Auf der Vorderseite gibt es einen Knopf; dieser zeigt den Gerätestatus an. Diesen Knopf drückt man nur wenn man (hinten eingesteckte) USB-Sticks einlesen will. Sollte dieser Knopf nicht eher für das Ein- und Ausschalten der LaCie nutzbar sein? Es lässt sich aber in allen Punkten hoffen: die Firmware, der Code fürs interne Programm, lässt sich verändern. Mit einem Update könnte LaCie noch einige Unzulänglichkeiten beheben. Das «LaCie Backp», die mitgelieferte Software für ein regelmässiges Backup der Arbeitsdaten, ist alter Schule. Vielleicht wird bereits das nächste Update von OS X Leopard auch Netzwerk-Volumen für TimeMaschine unterstützen – dann hätte man eine tolle Gesamtlösung.

Weil dieses Gerät in der Funktion alles Versprochene zuverlässig hält ist es DIE Lösung, die ich kleineren Büros und Gemeinschaften empfehle. Auch preislich finde ich dieses Gerät fair, insbesondere weil man sich auf den LaCie Service verlassen kann, also Ersatzeinschübe auch noch nach Garantieablauf bestellen kann.


In der Praxis

Auch in der Praxis hält diese Lösung was sie verspricht. Mit der richtigen Konfiguration kann man die LaCie sogar von Aussen zugänglich machen. So sind alle Daten jederzeit übers Internet verfügbar. Dies war bis anhin nur mit einem Server, oder aufwändigen Tricks, möglich. Hier ein paar Impressionen einer eleganten und kompakten Umsetzung:



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